Bereits Anfang der 1920er Jahre wurde in Köln der Grundstein gelegt, die Messegesellschaft und das Messegelände in Deutz. Die Initiative ging von Konrad Adenauer aus, damals Oberbürgermeister der Stadt Köln. 1924 fand mit der Frühjahrsmesse die erste Veranstaltung statt. Die Nachfrage nach Ausstellungsflächen war so groß, dass bereits 1926 das Gelände erweitert wurde. Bis 1928 kamen die Rheinhallen, das Staatenhaus und der Messeturm hinzu. Dank der internationalen Presseausstellung „Pressa“ 1928 wurde der neue Messestandort weltweit bekannt.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das Messegeschehen durch Propaganda-Veranstaltungen stark ideologisch ausgerichtet. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Messegelände als Lager für Verfolgte und Kriegsgefangene zweckentfremdet, zeitweise diente es als KZ-Außenlager.

Wiederaufbau und Wirtschafts­wunder

Gleich nach dem Krieg ging es an den Wiederaufbau des Messegeländes. Bereits 1947 konnten die ersten Ausstellungen und Messen stattfinden, bis 1950 waren 52.000 m² Hallenfläche errichtet. Den Trend zur Spezialisierung im Messewesen erkannten die Entscheider frühzeitig und holten Fachmessen wie die photokina, die ANUGA, die Kölner Möbelmesse oder die Westdeutsche Büro-Fachschau, den Vorläufer der ORGATEC, in die Stadt. Viele Veranstaltungen entwickelten sich zu führenden Leitmessen ihrer Branchen.

Die Messegesellschaft expandierte weiter: Die erste Auslandsvertretung eröffnete 1950 in London und bis 1961 standen 100.000 m² Hallenfläche zur Verfügung. Die Herren-Mode-Woche und die Baby (Vorläufer der Kind + Jugend) konnten ihre Premieren feiern, die Haushalts- und Eisenwarenmesse etablierte sich als führender Branchentreffpunkt.

Expansion und Internationa­lisierung

Für die Modernisierung und Expansion wandelte sich die Kölner Messe von einer Betriebs- zu einer Besitzgesellschaft. Alle Bau- und Modernisierungsmaßnahmen sind seitdem selbst finanziert. Bis 1971 wurde die Ausstellungsfläche auf rund 160.000 m² erweitert. Der Trend zur Fachmesse hielt an. 1971 fand erstmals die Internationale Süßwarenmesse ISM statt.

Als Anbieter internationaler Fachmessen mit weltweiter Ausstrahlung startete die Koelnmesse 1981 das International Service Center. Seitdem werden Messebeteiligungen rund um den Globus organisiert. Das Deutzer Messegelände wurde ebenfalls weiter ausgebaut und um das Congress-Centrum Ost erweitert. 1983 standen 230.000 m² Hallenfläche zur Verfügung. Ab 1974 fand der Internationale Kunstmarkt in den Kölner Messehallen statt, aus dem sich dann die ART COLOGNE entwickelte.

In den 1980er Jahren sicherten sich die großen Leitmessen der Koelnmesse trotz harten Wettbewerbs international eine führende Rolle. Parallel dazu gewannen Kongresse zunehmend an Bedeutung. Gemeinsam mit der Stadt Köln wurde deshalb die Betriebsgesellschaft KölnKongress gegründet, die seit 1994 das Kongressgeschäft der Messe und seit 1997 auch den Gürzenich Köln vermarktet.

Globalisierung und Digitalisierung

Aufgrund der Globalisierung der Märkte wandelte die Koelnmesse das International Service Center (ISC) in eine eigenständige Gesellschaft um. Weitere Gründungen von Tochtergesellschaften im In- und Ausland folgten. Im Hinblick auf die Zukunft gründete die Koelnmesse 1999 mit der Universität zu Köln das Institut für Messewirtschaft und Distributionsforschung zur Förderung des akademischen Messenachwuchses.

Bis 2006 entstanden vier neue Messehallen: Congress-Centrum Nord, Eingang Nord und der Messeboulevard. Mit inzwischen 284.000 m² Hallen- und 100.000 m² Außenfläche verfügt die Koelnmesse nunmehr über das ein Messegelände, das sich unter die TOP Ten der Welt einreiht. Der von der Koelnmesse organisierte Deutsche Pavillon auf der Expo in Shanghai 2010 wurde mehrfach ausgezeichnet.

Neben der Globalisierung spielt auch die Digitalisierung eine immer gewichtigere Rolle. Mit gamescom und dmexco im Portfolio entwickelt sich das Messegelände in Deutz zunehmend als Magnet für neue Gastveranstaltungen – neue Zielgruppen und attraktive Branchen kommen nach Köln.